8 mögliche Gründe, warum Sie nicht glücklich sind

Unglückliche junge Frau

Das Streben nach Glück hat seit jeher die Menschheit beschäftigt. „Glücklich sind die Menschen, wenn sie haben, was gut für sie ist“ hat der griechische Philosoph Platon einmal gesagt. Sicherlich werden wir zufriedener leben, wenn unsere persönlichen Bedürfnisse befriedigt sind. Endlich den richtigen Partner finden. Mal keine Termine haben. Mit dem eigenen Pferd über weite Wiesen preschen und den Wind auf der Haut spüren. Am Abend gemütlich auf der Coach sitzen und einen heißen Kakao trinken. Doch glückliche Momente sind für uns so vergänglich wie die Sahne auf der heißen Schokolade. Kaum ist die Tasse leer, stehen  schon wieder die nächsten Aufgaben an.

Meine eigene Jagd nach dem Glücklichsein

Ist Glück doch nicht mehr als ein kurzes Gefühl der Erleichterung oder ein vorrübergehender hormoneller Zustand? Ich selbst rannte viele lang dem Glück hinterher, ohne zu wissen, was ich eigentlich suchte. Denn wie die meisten Köche war auch ich ein hoffnungsloser Adrenalinjunkie, der seine tägliche Dosis Stress brauchte. Für Restaurantköche besteht die Welt  aus rauchenden Pfannen, klappernden Tellern und ungeduldigen Kellnern. Mir ging es kein bischen anders. Statt meine freien Tage zu genießen, fühlte ich mich furchtbar leer. Und so brauchte es einiges an Therapie und Schulung, bis ich bei mir selbst ankam, mich entspannen und Freizeit wirklich geniessen konnte.

Glück versus Stress

Die Arbeit in einer Restaurantküche ist für uns wohl der Inbegriff für Stress. Es ist eine ständige Achterbahnfahrt, nie weiß man, was der Tag bringen wird.  Eben noch war der Gastraum leer, und plötzlich stürmt eine Gruppe von 30 Personen das Lokal. Die ganze Mannschaft gibt Vollgas und sofort es wird es hektisch. Es gibt vielleicht  keinen besseren Ort auf der Welt, die Gesetzmäßigkeiten von Ordnung und Chaos zu studieren. Sie fragen sich, was dies mit dem Thema Glück zu tun hat? Eine ganze Menge. Vereinfacht können wir sagen, dass Glück die Abwesenheit von Stress ist. Aber wären wir in einer Welt völlig ohne Aufregung glücklich? Nach meiner Überzeugung sicher nicht. Wir brauchen schon ein wenig Herausforderungen.  So wie unsere Muskeln bewegt und ein wenig „gestresst“ werden wollen, will auch unser Bewusstsein in Bewegung bleiben. Man könnte also zu Recht sagen, dass wohl dosierter Stress gut für uns ist. Die Menge macht das Gift.

Die Kernfragen über das glücklich sein

Aus meiner eigenen Erfahrungen kann ich die Anliegen, die uns Menschen beschäftigen, kann man auf einige Kernfragen zusammenfassen.

  • Wie können wir uns möglichst lange unsere Gesundheit bewahren?
  • Wie können wir glücklich leben, ohne anderen gegenüber rücksichtslos zu handeln?
  • Warum tun sich Menschen immer wieder gegenseitig Leid an?
  • Wie können wir mit Leid und Unrecht, das uns widerfahren ist, umgehen?
  • Wie können wir Menschen davon abhalten, anderen Leid zuzufügen?
  • Wie kann man die persönliche Freiheit und Unversehrtheit des Individuums mit dem Schutz der Gemeinschaft vereinbaren?
  • Wie können wir ein komfortables Leben führen, ohne der Natur irreparablen Schaden zuzufügen?

Wie Buddha es damals beschrieb, leben wir innerhalb einer Polarität aus Ursache und Wirkung. Alles, was wir tun, hat früher oder später eine  Wirkung auf uns. So können wir diese Fragen auf zwei Aspekte reduzieren: Leid und Unrecht, das uns widerfahren ist und die Dinge, von denen wir bedauern, sie getan zu haben.

Und doch übersehen wir den einfachen Zusammenhang zwischen unserem eigenen Tun und unserem Schicksal. Wir tun, was wir zu tun haben und Dinge geschehen einfach. Und doch sind wir für unser Leben verantwortlich. Verantwortung ist nicht gleich Schuld. Verantwortlich zu sein, bedeutet, etwas zu bewirken und dazu zu stehen. Sollten wir uns nun mehr um andere Menschen oder um uns selbst kümmern? Es mag schwierig erscheinen, sich ohne schlechtes Gewissen für eines von Beiden zu entscheiden.

„Wenn sich jeder um sich selbst kümmert, ist für alle gesorgt“ ist ein Mantra des Egoismus. Denn wenn wir diesen Grundsatz wirklich konsequent leben, enden wir in einer anarchistischen Selbstbedienungsgesellschaft, die niemanden wirklich glücklich macht. Das eigene Leben vollständig andern Menschen zu widmen, ohne sich selbst etwas zu gönnen, wird nur selten den persönlichen Bedürfnissen entsprechen.

Uns so erleben wir Menschen mal die Rolle des Schuldigen, der sich verzweifelt verteidigt zu entlasten versucht und mal die Seite eines Opfers, das Gerechtigkeit verlangt.

Glücksverhinderer 1

Die Schuld-und-Reue-Falle

Ist es in dieser unruhigen, verrückten Welt noch möglich, glücklich zu leben? Ein Blick auf das aktuelle Tagesgeschehen lässt uns daran zweifeln. In einer Gesellschaft, in der scheinbar jeder und alles käuflich ist und Korruption und Kriminalität zur neuen Normalität wird, erscheint es schwierig, Ethik und Anstand zu wahren. Und doch sollten wir uns auf unsere wahren Werte besinnen. Sollten wir diese Menschen damit durchkommen lassen und sie einfach ignorieren? Nein. Wir sollten davor keine Angst haben, die Dinge beim Namen zu nennen. Ganz gleich, welches Amt auch immer er innehat, ein Betrüger bleibt ein Betrüger. Verschwenden wir aber auch nicht zu viel Lebenszeit damit, Kriminellen nachzujagen. Fokussieren wir uns besser auf unser eigenes Leben und unseren wirklichen Einflussbereich. Welche Werte gelten für uns selbst, unsere Familie, die Freunde und die Firma? Woran glauben wir und was ist unser ganz persönliche Vorstellung von Glück?

Akzeptieren Sie die Dinge, die Sie nicht ändern können

Diese uralte buddhistische Regel finden wir in vielen Religionen wieder. Wir können Trauer und Leid, das uns widerfährt, nicht immer verhindern. Doch es ist unsere Entscheidung, was wir mit dem Schmerz, den wir in uns tragen, tun. Werden wir die Menschen, die uns dies Unrecht taten, für alle Zeiten hassen? Oder bewältigen wir unseren eigenen Schmerz und vergeben wir ihnen? Wenn wir glücklicher leben wollen, ist dies der Weg, den wir wählen sollten.

So schreibt Ayed Al-Qarni in seinem Artikel `einige Mittel zum Erreichen von Glück´: „Unglück soll dein Herz kräftigen und dein Aussehen auf eine positive Weise verändern.“ Tatsächlich also gehören Trauer und Leid zum Leben, denn in ihnen liegen stets auch neue Chancen. Wir entscheiden vielleicht nicht immer selbst, was uns widerfährt. Doch es ist unsere Entscheidung, was wir mit diesen Erfahrungen tun. Es gibt unzählige Möglichkeiten, unangenehmes loszulassen. Hass hingegen ist ein Garant dafür, das eigene Leid zu verewigen.

Tun Sie anderen Menschen nichts an, das Sie nicht selbst erleben möchten

Auch diese überlieferte Weisheit findet sich in den meisten Glaubensrichtungen wieder. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, oder volkstümlicher ausgedrückt „Was du nicht willst, das man dir tu´, das füg´ auch keinem andern zu“. Leichter gesagt als getan. Wir können so leicht Gründe finden, warum ein anderer es verdient haben soll, verletzt oder betrogen zu werden. Zwar ist der ehrliche Weg der einfachere. Und doch tun wir Dinge, die wir später bereuen.

…und doch ist unmöglich, Entscheidungen zu treffen, ohne irgendjemanden zu verletzen

Wenn wir uns beispielsweise von einem anderen Menschen trennen, tun wir ihm damit weh. Eine Beziehung, die uns nur unglücklich macht, weiter zu führen, macht natürlich keinen Sinn.  Unseren todkranken Hund von seinen Schmerzen zu erlösen, ist besser, als ihn weiter leiden zu lassen. Goldener Mittelweg oder fauler Kompromiss – das ist immer wieder die Frage, die wir uns selbst beantworten müssen. Und manchmal ist die scheinbar schmerzhafte Lösung in Wahrheit der Weg des geringeren Leids. Zu versuchen, nie jemandem zu verletzen, ist jedoch ein sicherer Weg ins Unglück.

Tipps

  • Üben Sie sich darin, Entscheidungen zu treffen, die mehr Nutzen als Nachteile bringen. Wägen Sie stets ab, wieviel Leid oder Nachteile Sie bewirken im Vergleich zu dem Nutzen, den Sie erreichen. Zum Nutzen zählt natürlich Ihr Einkommen genauso wie das Wohl Ihrer Lieben und anderer Lebewesen.
  • Hören Sie damit auf, sich für frühere Fehler Vorwürfe zu machen. Schauen Sie, dass Sie daraus gelernt haben und Sie es in Zukunft besser machen.

Glücksverhinderer 2

Die früher-war-alles-besser Falle

Glück erscheint uns oft als etwas, das in weiter Ferne und somit völlig unerreichbar liegt. Dabei denken wir vielleicht an glückliche Momente in unserer Kindheit. Es gab eine Zeit, als wir barfuß durch den warmen Sommerregen liefen und laut vor Vergnügen lachten. Wir fuhren Fahrrad ohne Helm, kletterten auf Bäume und fielen runter, wir spielten auf der Straße Gummitwist oder mit den Klickern. Die Butterbrote zerteilten wir mit unseren dreckigen Händen und verputzten sie gemeinsam. Unsere Kindheit war laut und ausgelassen, wir waren einfach glücklich und unbeschwert. Aber diese Zeiten sind verblasst und vergessen.

Heute sitzen wir in unserem Einfamilienhaus und während unsere Kinder friedlich an der Xbox spielen und hygienisch verpackte Schokoriegel essen, denken wir gerne an diese schöne, glückliche Zeit zurück. Ja, wir hatten eine schöne Kindheit.

Zumindest in unserer Erinnerung ist so gewesen. Denn unser Gedächtnis  ist keine exakte Aufzeichnung der Vergangenheit, sondern eine Mischung aus Tatsachen und Fiktion. Die dunklen Kapitel sind vergessen und das ist  vielleicht auch besser so. Es tut mir aufrichtig leid, falls ich nun eine wunderschöne Illusion zerstöre. Dabei  bezweifle ich nicht einmal, dass Sie eine glückliche Kindheit hatten. Sie war höchstwahrscheinlich nur etwas anders, als sie in Ihrer Erinnerung ist. Unser Unterbewusstsein ist nun mal nicht unbedingt auf eine exakte Dokumentation unsere Geschichte aus. Es erzählt sie so, wie sie uns bei der Bewältigung unserer Vergangenheit nutzt. Mit anderen Worten: Das Gehirn versucht, uns mit schönen Erinnerungen bei Laune zu halten und nicht mit ernüchternden Fakten zu plagen. Als Kinder haben wir uns immer so auf den Besuch bei Omas und ihren duftenden Apfelkuchen gefreut. Oma ist und bleibt die Beste.

Tipp:

  • Tappen wir also besser nicht in die früher-war-alles-besser-Falle. Die wunderschönen Augenblicke in  Omas Küche behalten Sie bitte in Ihrem Herzen. Aber vergessen wir dabei nicht die unzähligen glücklichen Momente, die wir heute, in dieser Woche und in diesem Monat hatten. Denn vielleicht wird uns erst in einigen Jahren bewusst, wie schön das Leben in 2021 war. Üben Sie sich darin, dankbar für das zu sein, was Sie im Hier und Jetzt haben.

Glücksverhinderer 3

Die wir-denken-zu-viel-und-leben-zu-wenig-Falle

Die  Intelligenz hat den Homo Sapiens zu dem gemacht, was er ist. Der Mensch wurde zu der übergelegenen Spezies, weil er in der Lage ist, Dinge und Zustände zu betrachten und darüber nachzudenken. Auf diese Weise konnten wir herausfinden,  was die besten Zeiten für Saat und Ernte ist, um so unsere Erträge optimieren. Durch Nachdenken wurden geniale Erfindungen gemacht und neue Kontinente entdeckt. Eines haben alle klugen Köpfe dabei gemeinsam: Sie beobachteten, entwickelten Theorien und testeten sie einfach. Der entscheidende Schritt ist das Tun. Ohne wirklich aktiv zu werden, wird nichts geschehen. Paul Watzlawick beschreibt dies sehr anschaulich in seinem Buch „Die Anleitung zum Unglücklichsein“. Ein Mann möchte ein Bild aufhängen und sich von seinem Nachbarn einen Hammer ausleihen. Doch dazu kommt es nicht, weil er sich in Zweifel und Sorgen hineinsteigert und am Ende den Nachbarn anschreit, statt ihn um diesen Gefallen zu bitten. Durch unnötiges Denken geraten wir in ein Gedankenkarusell, das uns die Freude am Leben vermiest.

Tipps:

  • Finden Sie einen guten Zuhörer in Ihrem Freundeskreis oder der Familie, damit Sie loswerden, was Sie beschäftigt. Oder Sie schreiben Ihre Gedanken in ein Tagebuch, um den Kopf mal wieder frei bekommen. Denn so haben Sie die Kraft, sich auf eine Aufgabe zu fokussieren.
  • Beobachten Sie Kinder beim Spielen. Wie gehen sie an neue Dinge heran, wie experimentieren sie? Was können Sie von ihrer Vorgehensweise lernen?
  • Üben Sie sich darin, auch mal spontan etwas zu versuchen, auch wenn andere „komisch“ reagieren könnten. Was haben Sie zu verlieren?

Glücksverhinderer 4

Die anderen-können-es-besser-Falle

Schöner, schneller besser – es wird immer jemanden geben, der Sie übertreffen kann.  Sich mal selbst mit anderen zu vergleichen, ist schon ein Impuls, der Sinn macht. Denn ein klein wenig gesunde „Konkurrenz“ motiviert uns zu besseren Leistungen oder sie inspiriert uns dazu, mal etwas Neues zu probieren. Wir werden neugierig, was sich die Nachbarn da auf dem Grill legen, das sieht leckerer aus als unsere langweiligen Bratwürste. Dieses tolle Grillgemüse probieren wir auch mal. Unsere Kollegin hat abgenommen und hat ein so schönes neues Kleid, einfach traumhaft. Würde mir da auch stehen? Übertreiben wir aber dieses Vergleichen, bewirken wir genau das Gegenteil. Denn es führt uns in eine Abwärtsspirale von Neid oder Frustration. Wenn der Blick in den Spiegel immer kritischer wird, werden wir sicherlich immer mehr Makel entdecken, die vielleicht sonst niemand sieht. Neben den Bildern der Models werden wir so gut wie immer blass aussehen. Sich pflegen und hübsch zu machen ergibt Sinn, unerreichbare Ziele machen unglücklich.

Sich mit anderen zu vergleichen macht Sinn, wenn es uns inspiriert oder motiviert. Ein wenig zu viel davon und wir steigern uns in Neid oder Missgunst hinein. 

  • Tipp: Wenn Sie bemerken, dass das Vergleichen Sie unglücklich macht, versuchen Sie doch bewusst anders zu entscheiden. Was ist wirklich Ihre Meinung dazu und was tun Sie nur, weil es anderen gefällt?

Glücksverhinderer 5

Die ich-bin-falsch-Falle

Spätestens seit den Büchern von  Rhonda Byrne https://www.thesecret.de/ wissen wir, dass unsere Gedanken einen maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung eines glücklichen Lebens haben. Wir fokussieren uns ganz und gar auf dieses eine Ziel und es passiert – nichts. Jedenfalls nicht, was wir uns erhofften. Warum sind wir nicht in der Lage, unser Leben nach Wunsch zu erschaffen? Was haben wir getan, das uns dies zustößt? Die Frage, ob es an uns selbst liegt, ist verständlich und menschlich. Wenn wir unangenehme Überraschungen erleben, kann dies viele Gründe haben. Eine „Bestellung beim Universum“ kann man nicht einfach mit einem Kauf im Onlineshop vergleichen. Unsere Gedankenwelt ist ein wenig komplexer, schließlich denken wir pro Tag viele tausend Gedanken, und dieser eine Gedanke braucht etwas Zeit, sich zu manifestieren. Außerdem leben wir in einer großen Weltgemeinschaft mit vielen Individuen und genauso unterschiedlichen Wünschen und Absichten. Und jeder  möchte auf seine ganz persönliche Art und Weise glücklich werden. Dass diese Vorstellungen nicht immer harmonieren, liegt wohl auf der Hand.

Es wäre also eine zu stark vereinfachte Betrachtung zu sagen „Wenn nicht bekomme, was ich wollte, habe ich mich auf etwas Falsches fokussiert“. Die weit bessere Frage wäre, was wir aus diesem Ereignis lernen können. Und sind wir überhaupt bereit für diese neue Phase in unserem Leben?

Tipp:

  • Arbeiten Sie systematisch an Ihren Zielen und geben Sie nicht auf.
  • Wenn sich nicht die gewünschten Veränderungen einstellen, sollten Sie abklären, ob es bestimmte Barrieren gibt, die das erreichen Ihrer Ziele verhindern. Lesen Sie dazu auch: Das Spiel deines Lebens – in 6 einfachen Schritten

Glücksverhinderer 6

Die alles-ist-ok-Falle

Sie schätzen Menschen, die ehrlich zu uns sind, richtig? Und doch machen wir uns selbst gerne mal etwas vor. Wenn wir in einer Situation stecken, die uns nicht gefällt, ist der erste Schritt eine realistische Bestandsaufnahme zu der betreffenden Thematik. Dabei werden Sie Sie sich über den Ist-Zustand klar und letztlich wird es nur zwei Möglichkeiten. Entweder sehen Sie, dass Sie in der betreffenden Situation glücklich und zufrieden sind, oder Sie erkennen, dass für Sie tatsächlich etwas nicht stimmig ist. Es bringt nichts, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen und weiter zu hoffen, dass bald alles  wieder gut wird.

Tipp:

  • Gehen Sie in den Dialog mit sich selbst und machen Sie eine Bestandaufnahme. Konfrontieren Sie sich selbst mit den Fakten und lassen Sie sich ganz bewusst Zeit, um Erkenntnisse reifen zu lassen. Stellen Sie sich selbst einigen kritischen Fragen. Ist es wirklich in Ordnung, jeden Tag als erster ins Büro zu kommen und als letzter zu gehen? Will ich mich weiterhin Tag für Tag kleinlicher Kritik aussetzten? Was will ich wirklich? Was sollte sich ändern? Sie müssen es ja nicht heute und auch nicht nächsten Monat realisieren. Aber irgendwann wird es Zeit, aktiv zu werden.

Glücksverhinderer 7

Die keine-Zeit-Falle

Unsere Alltagsroutine läuft meist automatisiert ab. Brote für die Kinder machen, zur Kita bringen, zur Arbeit fahren, parken. Alles ist eng getaktet und muss flott gehen, keine Zeit zum Trödeln. Auch für den Rest des Tages gibt es einen genauen Plan, bis wir dann am Abend mit der Familie bei Abendessen sitzen. Wir erdulden so einiges an Stress und Ärger und hoffen auf bessere, glücklichere Zeiten. Wenn das Wetter wieder besser ist, der Urlaub genehmigt ist, Frau Schulze aus dem Krankenstand zurück ist, die Renovierung abgeschlossen und der Kleine einen Kitaplatz hat, wird alles ein bisschen entspannter. Vielleicht. Falls nichts dazwischen kommt. So kämpfen wir einen schier aussichtslosen Kampf im Hamsterrad und dieser Dauerstress macht krank und unglücklich.

Tipps:

  • Schaffen Sie sich eine Struktur, die Ihre Arbeitstage in machbare Arbeitszyklen aufteilt.
  • Übertragen Sie mehr Aufgaben an andere, auch wenn sie vielleicht nicht perfekt nach Ihren Vorstellungen erledigt werden. Instruieren Sie sie, bis Sie ihre Aufgaben verstehen und ausführen.
  • Bestehen Sie auf Pausen, auch wenn es einige Minuten sind.

Glücksverhinderer 8

Die kenne-ich-schon-Falle

Unsere alltägliche Welt ist voller kleiner Wunder, wenn wir nur einmal darauf achten. Am Himmel kreist eine beeindruckende Formation von Reihern bevor sie sich auf den weiten Weg nach Afrika machen. Die Morgensonne spiegelt sich in den Fassaden von Frankfurts Hochhäusern und die Bäume im Park blühen so prachtvoll.  Aber die Menschen strömen mit Tunnelblick in die U Bahnen, den Tagesablauf fest vor Augen, sie  sind Teil einer riesigen Maschinerie namens Arbeitsalltag. Im Alltagsmodus haben wir offensichtlich keinen Sinn für die vielen kleinen Wunder. Im Urlaub hingegen nehmen wir uns mehr Zeit, die Dinge bewusst wahrzunehmen. Wir genießen das Essen, den Sonnenuntergang, atmen endlich mal tief durch. Warum gelingt uns dies im Alltag nicht?

Tipp:

Steigen Sie einfach einmal für einen Moment aus dem Flow der Aktivitäten aus. Atmen Sie tief durch und üben Sie sich in Achtsamkeit.  Entschleunigen Sie sich, indem Sie Ihre einmal alltäglichen Dinge ganz bewusst viel langsamer tun. Schauen Sie einmal aus dem Fenster und öffnen Sie sich für das, was ist.  Es gibt so vieles, das wir genießen und bewundern dürfen.

Fazit:

Das wahre Glück zu finden ist ein Stück Lebenskunst. Kunst kommt von können und so dürfen wir unsere Geschicklichkeit im Alltag  immer wieder neu auf die Probe stellen und dazu lernen. Wir sollten dabei nicht auch nicht zu streng mit uns selbst sein und auch bei anderen einfach mal ein Auge zudrücken.

 

Das Streben nach Glück hat seit jeher die Menschheit beschäftigt. „Glücklich sind die Menschen, wenn sie haben, was gut für sie ist“ hat der griechische Philosoph Platon einmal gesagt. Sicherlich werden wir zufriedener leben, wenn unsere persönlichen Bedürfnisse befriedigt sind. Endlich den richtigen Partner finden. Mal keine Termine haben. Mit dem eigenen Pferd über weite Wiesen preschen und den Wind auf der Haut spüren. Am Abend gemütlich auf der Coach sitzen und einen heißen Kakao trinken. Doch glückliche Momente sind für uns so vergänglich wie die Sahne auf der heißen Schokolade. Kaum ist die Tasse leer, stehen  schon wieder die nächsten Aufgaben an.

Meine eigene Jagd nach dem Glücklichsein

Ist Glück doch nicht mehr als ein kurzes Gefühl der Erleichterung oder ein vorrübergehender hormoneller Zustand? Ich selbst rannte viele lang dem Glück hinterher, ohne zu wissen, was ich eigentlich suchte. Denn wie die meisten Köche war auch ich ein hoffnungsloser Adrenalinjunkie, der seine tägliche Dosis Stress brauchte. Für Restaurantköche besteht die Welt  aus rauchenden Pfannen, klappernden Tellern und ungeduldigen Kellnern. Mir ging es kein bischen anders. Statt meine freien Tage zu genießen, fühlte ich mich furchtbar leer. Und so brauchte es einiges an Therapie und Schulung, bis ich bei mir selbst ankam, mich entspannen und Freizeit wirklich geniessen konnte.

Glück versus Stress

Die Arbeit in einer Restaurantküche ist für uns wohl der Inbegriff für Stress. Es ist eine ständige Achterbahnfahrt, nie weiß man, was der Tag bringen wird.  Eben noch war der Gastraum leer, und plötzlich stürmt eine Gruppe von 30 Personen das Lokal. Die ganze Mannschaft gibt Vollgas und sofort es wird es hektisch. Es gibt vielleicht  keinen besseren Ort auf der Welt, die Gesetzmäßigkeiten von Ordnung und Chaos zu studieren. Sie fragen sich, was dies mit dem Thema Glück zu tun hat? Eine ganze Menge. Vereinfacht können wir sagen, dass Glück die Abwesenheit von Stress ist. Aber wären wir in einer Welt völlig ohne Aufregung glücklich? Nach meiner Überzeugung sicher nicht. Wir brauchen schon ein wenig Herausforderungen.  So wie unsere Muskeln bewegt und ein wenig „gestresst“ werden wollen, will auch unser Bewusstsein in Bewegung bleiben. Man könnte also zu Recht sagen, dass wohl dosierter Stress gut für uns ist. Die Menge macht das Gift.

Die Kernfragen über das glücklich sein

Aus meiner eigenen Erfahrungen kann ich die Anliegen, die uns Menschen beschäftigen, kann man auf einige Kernfragen zusammenfassen.

  • Wie können wir uns möglichst lange unsere Gesundheit bewahren?
  • Wie können wir glücklich leben, ohne anderen gegenüber rücksichtslos zu handeln?
  • Warum tun sich Menschen immer wieder gegenseitig Leid an?
  • Wie können wir mit Leid und Unrecht, das uns widerfahren ist, umgehen?
  • Wie können wir Menschen davon abhalten, anderen Leid zuzufügen?
  • Wie kann man die persönliche Freiheit und Unversehrtheit des Individuums mit dem Schutz der Gemeinschaft vereinbaren?
  • Wie können wir ein komfortables Leben führen, ohne der Natur irreparablen Schaden zuzufügen?

Wie Buddha es damals beschrieb, leben wir innerhalb einer Polarität aus Ursache und Wirkung. Alles, was wir tun, hat früher oder später eine  Wirkung auf uns. So können wir diese Fragen auf zwei Aspekte reduzieren: Leid und Unrecht, das uns widerfahren ist und die Dinge, von denen wir bedauern, sie getan zu haben.

Und doch übersehen wir den einfachen Zusammenhang zwischen unserem eigenen Tun und unserem Schicksal. Wir tun, was wir zu tun haben und Dinge geschehen einfach. Und doch sind wir für unser Leben verantwortlich. Verantwortung ist nicht gleich Schuld. Verantwortlich zu sein, bedeutet, etwas zu bewirken und dazu zu stehen. Sollten wir uns nun mehr um andere Menschen oder um uns selbst kümmern? Es mag schwierig erscheinen, sich ohne schlechtes Gewissen für eines von Beiden zu entscheiden.

„Wenn sich jeder um sich selbst kümmert, ist für alle gesorgt“ ist ein Mantra des Egoismus. Denn wenn wir diesen Grundsatz wirklich konsequent leben, enden wir in einer anarchistischen Selbstbedienungsgesellschaft, die niemanden wirklich glücklich macht. Das eigene Leben vollständig andern Menschen zu widmen, ohne sich selbst etwas zu gönnen, wird nur selten den persönlichen Bedürfnissen entsprechen.

Uns so erleben wir Menschen mal die Rolle des Schuldigen, der sich verzweifelt verteidigt zu entlasten versucht und mal die Seite eines Opfers, das Gerechtigkeit verlangt.

Glücksverhinderer 1

Die Schuld-und-Reue-Falle

Ist es in dieser unruhigen, verrückten Welt noch möglich, glücklich zu leben? Ein Blick auf das aktuelle Tagesgeschehen lässt uns daran zweifeln. In einer Gesellschaft, in der scheinbar jeder und alles käuflich ist und Korruption und Kriminalität zur neuen Normalität wird, erscheint es schwierig, Ethik und Anstand zu wahren. Und doch sollten wir uns auf unsere wahren Werte besinnen. Sollten wir diese Menschen damit durchkommen lassen und sie einfach ignorieren? Nein. Wir sollten davor keine Angst haben, die Dinge beim Namen zu nennen. Ganz gleich, welches Amt auch immer er innehat, ein Betrüger bleibt ein Betrüger. Verschwenden wir aber auch nicht zu viel Lebenszeit damit, Kriminellen nachzujagen. Fokussieren wir uns besser auf unser eigenes Leben und unseren wirklichen Einflussbereich. Welche Werte gelten für uns selbst, unsere Familie, die Freunde und die Firma? Woran glauben wir und was ist unser ganz persönliche Vorstellung von Glück?

Akzeptieren Sie die Dinge, die Sie nicht ändern können

Diese uralte buddhistische Regel finden wir in vielen Religionen wieder. Wir können Trauer und Leid, das uns widerfährt, nicht immer verhindern. Doch es ist unsere Entscheidung, was wir mit dem Schmerz, den wir in uns tragen, tun. Werden wir die Menschen, die uns dies Unrecht taten, für alle Zeiten hassen? Oder bewältigen wir unseren eigenen Schmerz und vergeben wir ihnen? Wenn wir glücklicher leben wollen, ist dies der Weg, den wir wählen sollten.

So schreibt Ayed Al-Qarni in seinem Artikel `einige Mittel zum Erreichen von Glück´: „Unglück soll dein Herz kräftigen und dein Aussehen auf eine positive Weise verändern.“ Tatsächlich also gehören Trauer und Leid zum Leben, denn in ihnen liegen stets auch neue Chancen. Wir entscheiden vielleicht nicht immer selbst, was uns widerfährt. Doch es ist unsere Entscheidung, was wir mit diesen Erfahrungen tun. Es gibt unzählige Möglichkeiten, unangenehmes loszulassen. Hass hingegen ist ein Garant dafür, das eigene Leid zu verewigen.

Tun Sie anderen Menschen nichts an, das Sie nicht selbst erleben möchten….

Auch diese überlieferte Weisheit findet sich in den meisten Glaubensrichtungen wieder. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, oder volkstümlicher ausgedrückt „Was du nicht willst, das man dir tu´, das füg´ auch keinem andern zu“. Leichter gesagt als getan. Wir können so leicht Gründe finden, warum ein anderer es verdient haben soll, verletzt oder betrogen zu werden. Zwar ist der ehrliche Weg der einfachere. Und doch tun wir Dinge, die wir später bereuen.

…und doch ist unmöglich, Entscheidungen zu treffen, ohne irgendjemanden zu verletzen

Wenn wir uns beispielsweise von einem anderen Menschen trennen, tun wir ihm damit weh. Eine Beziehung, die uns nur unglücklich macht, weiter zu führen, macht natürlich keinen Sinn.  Unseren todkranken Hund von seinen Schmerzen zu erlösen, ist besser, als ihn weiter leiden zu lassen. Goldener Mittelweg oder fauler Kompromiss – das ist immer wieder die Frage, die wir uns selbst beantworten müssen. Und manchmal ist die scheinbar schmerzhafte Lösung in Wahrheit der Weg des geringeren Leids. Zu versuchen, nie jemandem zu verletzen, ist jedoch ein sicherer Weg ins Unglück.

Tipps

  • Üben Sie sich darin, Entscheidungen zu treffen, die mehr Nutzen als Nachteile bringen. Wägen Sie stets ab, wieviel Leid oder Nachteile Sie bewirken im Vergleich zu dem Nutzen, den Sie erreichen. Zum Nutzen zählt natürlich Ihr Einkommen genauso wie das Wohl Ihrer Lieben und anderer Lebewesen.
  • Hören Sie damit auf, sich für frühere Fehler Vorwürfe zu machen. Schauen Sie, dass Sie daraus gelernt haben und Sie es in Zukunft besser machen.

Glücksverhinderer 2

Die früher-war-alles-besser Falle

Glück erscheint uns oft als etwas, das in weiter Ferne und somit völlig unerreichbar liegt. Dabei denken wir vielleicht an glückliche Momente in unserer Kindheit. Es gab eine Zeit, als wir barfuß durch den warmen Sommerregen liefen und laut vor Vergnügen lachten. Wir fuhren Fahrrad ohne Helm, kletterten auf Bäume und fielen runter, wir spielten auf der Straße Gummitwist oder mit den Klickern. Die Butterbrote zerteilten wir mit unseren dreckigen Händen und verputzten sie gemeinsam. Unsere Kindheit war laut und ausgelassen, wir waren einfach glücklich und unbeschwert. Aber diese Zeiten sind verblasst und vergessen.

Heute sitzen wir in unserem Einfamilienhaus und während unsere Kinder friedlich an der Xbox spielen und hygienisch verpackte Schokoriegel essen, denken wir gerne an diese schöne, glückliche Zeit zurück. Ja, wir hatten eine schöne Kindheit.

Zumindest in unserer Erinnerung ist so gewesen. Denn unser Gedächtnis  ist keine exakte Aufzeichnung der Vergangenheit, sondern eine Mischung aus Tatsachen und Fiktion. Die dunklen Kapitel sind vergessen und das ist  vielleicht auch besser so. Es tut mir aufrichtig leid, falls ich nun eine wunderschöne Illusion zerstöre. Dabei  bezweifle ich nicht einmal, dass Sie eine glückliche Kindheit hatten. Sie war höchstwahrscheinlich nur etwas anders, als sie in Ihrer Erinnerung ist. Unser Unterbewusstsein ist nun mal nicht unbedingt auf eine exakte Dokumentation unsere Geschichte aus. Es erzählt sie so, wie sie uns bei der Bewältigung unserer Vergangenheit nutzt. Mit anderen Worten: Das Gehirn versucht, uns mit schönen Erinnerungen bei Laune zu halten und nicht mit ernüchternden Fakten zu plagen. Als Kinder haben wir uns immer so auf den Besuch bei Omas und ihren duftenden Apfelkuchen gefreut. Oma ist und bleibt die Beste.

Tipp:

  • Tappen wir also besser nicht in die früher-war-alles-besser-Falle. Die wunderschönen Augenblicke in  Omas Küche behalten Sie bitte in Ihrem Herzen. Aber vergessen wir dabei nicht die unzähligen glücklichen Momente, die wir heute, in dieser Woche und in diesem Monat hatten. Denn vielleicht wird uns erst in einigen Jahren bewusst, wie schön das Leben in 2021 war. Üben Sie sich darin, dankbar für das zu sein, was Sie im Hier und Jetzt haben.

Glücksverhinderer 3

Die wir-denken-zu-viel-und-leben-zu-wenig-Falle

Die  Intelligenz hat den Homo Sapiens zu dem gemacht, was er ist. Der Mensch wurde zu der übergelegenen Spezies, weil er in der Lage ist, Dinge und Zustände zu betrachten und darüber nachzudenken. Auf diese Weise konnten wir herausfinden,  was die besten Zeiten für Saat und Ernte ist, um so unsere Erträge optimieren. Durch Nachdenken wurden geniale Erfindungen gemacht und neue Kontinente entdeckt. Eines haben alle klugen Köpfe dabei gemeinsam: Sie beobachteten, entwickelten Theorien und testeten sie einfach. Der entscheidende Schritt ist das Tun. Ohne wirklich aktiv zu werden, wird nichts geschehen. Paul Watzlawick beschreibt dies sehr anschaulich in seinem Buch „Die Anleitung zum Unglücklichsein“. Ein Mann möchte ein Bild aufhängen und sich von seinem Nachbarn einen Hammer ausleihen. Doch dazu kommt es nicht, weil er sich in Zweifel und Sorgen hineinsteigert und am Ende den Nachbarn anschreit, statt ihn um diesen Gefallen zu bitten. Durch unnötiges Denken geraten wir in ein Gedankenkarusell, das uns die Freude am Leben vermiest.

Tipps:

  • Finden Sie einen guten Zuhörer in Ihrem Freundeskreis oder der Familie, damit Sie loswerden, was Sie beschäftigt. Oder Sie schreiben Ihre Gedanken in ein Tagebuch, um den Kopf mal wieder frei bekommen. Denn so haben Sie die Kraft, sich auf eine Aufgabe zu fokussieren.
  • Beobachten Sie Kinder beim Spielen. Wie gehen sie an neue Dinge heran, wie experimentieren sie? Was können Sie von ihrer Vorgehensweise lernen?
  • Üben Sie sich darin, auch mal spontan etwas zu versuchen, auch wenn andere „komisch“ reagieren könnten. Was haben Sie zu verlieren?

Glücksverhinderer 4

Die anderen-können-es-besser-Falle

Schöner, schneller besser – es wird immer jemanden geben, der Sie übertreffen kann.  Sich mal selbst mit anderen zu vergleichen, ist schon ein Impuls, der Sinn macht. Denn ein klein wenig gesunde „Konkurrenz“ motiviert uns zu besseren Leistungen oder sie inspiriert uns dazu, mal etwas Neues zu probieren. Wir werden neugierig, was sich die Nachbarn da auf dem Grill legen, das sieht leckerer aus als unsere langweiligen Bratwürste. Dieses tolle Grillgemüse probieren wir auch mal. Unsere Kollegin hat abgenommen und hat ein so schönes neues Kleid, einfach traumhaft. Würde mir da auch stehen? Übertreiben wir aber dieses Vergleichen, bewirken wir genau das Gegenteil. Denn es führt uns in eine Abwärtsspirale von Neid oder Frustration. Wenn der Blick in den Spiegel immer kritischer wird, werden wir sicherlich immer mehr Makel entdecken, die vielleicht sonst niemand sieht. Neben den Bildern der Models werden wir so gut wie immer blass aussehen. Sich pflegen und hübsch zu machen ergibt Sinn, unerreichbare Ziele machen unglücklich.

Sich mit anderen zu vergleichen macht Sinn, wenn es uns inspiriert oder motiviert. Ein wenig zu viel davon und wir steigern uns in Neid oder Missgunst hinein. 

  • Tipp: Wenn Sie bemerken, dass das Vergleichen Sie unglücklich macht, versuchen Sie doch bewusst anders zu entscheiden. Was ist wirklich Ihre Meinung dazu und was tun Sie nur, weil es anderen gefällt?

Glücksverhinderer 5

Die ich-bin-falsch-Falle

Spätestens seit den Büchern von  Rhonda Byrne https://www.thesecret.de/ wissen wir, dass unsere Gedanken einen maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung eines glücklichen Lebens haben. Wir fokussieren uns ganz und gar auf dieses eine Ziel und es passiert – nichts. Jedenfalls nicht, was wir uns erhofften. Warum sind wir nicht in der Lage, unser Leben nach Wunsch zu erschaffen? Was haben wir getan, das uns dies zustößt? Die Frage, ob es an uns selbst liegt, ist verständlich und menschlich. Wenn wir unangenehme Überraschungen erleben, kann dies viele Gründe haben. Eine „Bestellung beim Universum“ kann man nicht einfach mit einem Kauf im Onlineshop vergleichen. Unsere Gedankenwelt ist ein wenig komplexer, schließlich denken wir pro Tag viele tausend Gedanken, und dieser eine Gedanke braucht etwas Zeit, sich zu manifestieren. Außerdem leben wir in einer großen Weltgemeinschaft mit vielen Individuen und genauso unterschiedlichen Wünschen und Absichten. Und jeder  möchte auf seine ganz persönliche Art und Weise glücklich werden. Dass diese Vorstellungen nicht immer harmonieren, liegt wohl auf der Hand.

Es wäre also eine zu stark vereinfachte Betrachtung zu sagen „Wenn nicht bekomme, was ich wollte, habe ich mich auf etwas Falsches fokussiert“. Die weit bessere Frage wäre, was wir aus diesem Ereignis lernen können. Und sind wir überhaupt bereit für diese neue Phase in unserem Leben?

Tipp:

  • Arbeiten Sie systematisch an Ihren Zielen und geben Sie nicht auf.
  • Wenn sich nicht die gewünschten Veräanderungen einstellen, sollten Sie abklären, ob es bestimmte Barrieren gibt, die das erreichen Ihrer Ziele verhindern. Lesen Sie dazu auch: Das Spiel deines Lebens – in 6 einfachen Schritten

Glücksverhinderer 6

Die alles-ist-ok-Falle

Sie schätzen Menschen, die ehrlich zu uns sind, richtig? Und doch machen wir uns selbst gerne mal etwas vor. Wenn wir in einer Situation stecken, die uns nicht gefällt, ist der erste Schritt eine realistische Bestandsaufnahme zu der betreffenden Thematik. Dabei werden Sie Sie sich über den Ist-Zustand klar und letztlich wird es nur zwei Möglichkeiten. Entweder sehen Sie, dass Sie in der betreffenden Situation glücklich und zufrieden sind, oder Sie erkennen, dass für Sie tatsächlich etwas nicht stimmig ist. Es bringt nichts, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen und weiter zu hoffen, dass bald alles  wieder gut wird.

Tipp:

  • Gehen Sie in den Dialog mit sich selbst und machen Sie eine Bestandaufnahme. Konfrontieren Sie sich selbst mit den Fakten und lassen Sie sich ganz bewusst Zeit, um Erkenntnisse reifen zu lassen. Stellen Sie sich selbst einigen kritischen Fragen. Ist es wirklich in Ordnung, jeden Tag als erster ins Büro zu kommen und als letzter zu gehen? Will ich mich weiterhin Tag für Tag kleinlicher Kritik aussetzten? Was will ich wirklich? Was sollte sich ändern? Sie müssen es ja nicht heute und auch nicht nächsten Monat realisieren. Aber irgendwann wird es Zeit, aktiv zu werden.

Glücksverhinderer 7

Die keine-Zeit-Falle

Unsere Alltagsroutine läuft meist automatisiert ab. Brote für die Kinder machen, zur Kita bringen, zur Arbeit fahren, parken. Alles ist eng getaktet und muss flott gehen, keine Zeit zum Trödeln. Auch für den Rest des Tages gibt es einen genauen Plan, bis wir dann am Abend mit der Familie bei Abendessen sitzen. Wir erdulden so einiges an Stress und Ärger und hoffen auf bessere, glücklichere Zeiten. Wenn das Wetter wieder besser ist, der Urlaub genehmigt ist, Frau Schulze aus dem Krankenstand zurück ist, die Renovierung abgeschlossen und der Kleine einen Kitaplatz hat, wird alles ein bisschen entspannter. Vielleicht. Falls nichts dazwischen kommt. So kämpfen wir einen schier aussichtslosen Kampf im Hamsterrad und dieser Dauerstress macht krank und unglücklich.

Tipps:

  • Schaffen Sie sich eine Struktur, die Ihre Arbeitstage in machbare Arbeitszyklen aufteilt.
  • Übertragen Sie mehr Aufgaben an andere, auch wenn sie vielleicht nicht perfekt nach Ihren Vorstellungen erledigt werden. Instruieren Sie sie, bis Sie ihre Aufgaben verstehen und ausführen.
  • Bestehen Sie auf Pausen, auch wenn es einige Minuten sind.

Glücksverhinderer 8

Die kenne-ich-schon-Falle

Unsere alltägliche Welt ist voller kleiner Wunder, wenn wir nur einmal darauf achten. Am Himmel kreist eine beeindruckende Formation von Reihern bevor sie sich auf den weiten Weg nach Afrika machen. Die Morgensonne spiegelt sich in den Fassaden von Frankfurts Hochhäusern und die Bäume im Park blühen so prachtvoll.  Aber die Menschen strömen mit Tunnelblick in die U Bahnen, den Tagesablauf fest vor Augen, sie  sind Teil einer riesigen Maschinerie namens Arbeitsalltag. Im Alltagsmodus haben wir offensichtlich keinen Sinn für die vielen kleinen Wunder. Im Urlaub hingegen nehmen wir uns mehr Zeit, die Dinge bewusst wahrzunehmen. Wir genießen das Essen, den Sonnenuntergang, atmen endlich mal tief durch. Warum gelingt uns dies im Alltag nicht?

Tipp:

Steigen Sie einfach einmal für einen Moment aus dem Flow der Aktivitäten aus. Atmen Sie tief durch und üben Sie sich in Achtsamkeit.  Entschleunigen Sie sich, indem Sie Ihre einmal alltäglichen Dinge ganz bewusst viel langsamer tun. Schauen Sie einmal aus dem Fenster und öffnen Sie sich für das, was ist.  Es gibt so vieles, das wir genießen und bewundern dürfen.

Fazit:

Das wahre Glück zu finden ist ein Stück Lebenskunst. Kunst kommt von können und so dürfen wir unsere Geschicklichkeit im Alltag  immer wieder neu auf die Probe stellen und dazu lernen. Wir sollten dabei nicht auch nicht zu streng mit uns selbst sein und auch bei anderen einfach mal ein Auge zudrücken.

 

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